Geschichte des Feldbataillons Lauenburg, 1813 - 1815

Belagerung Hamburgs, Friedensschluss und Umorganisation

Durch das Gefecht von Sehestedt wurde der Kronprinz etwas nachgiebiger gegen die Friedensvorschläge der Dänen, die er bis dahin ignoriert hatte. Am 15. Dezember wurde ein 14 Tage andauernder Waffenstillstand geschlossen, das Korps Wallmoden beobachtete in dieser Zeit die Festung Rendsburg, und verblieb mit dem Feldbataillon Lauenburg in Großen-Volkstedt und Nortorf. Am 5. Januar 1814, bei Ablauf des verlängerten Waffenstillstandes, hatten die Dänen noch nicht in die schwedischen Bedingungen eingewilligt, woraufhin die Feindseligkeiten aufs Neue begannen, erst jetzt führte ein am 9. erneut geschlossener Waffenstillstand zu dem Frieden von Kiel (14. Januar 1814), in dem Dänemark Norwegen an Schweden und Helgoland an England abtrat. Dänemark erhielt nur Schwedisch-Pommern, das am 4. Juni gegen Lauenburg an Preußen eingetauscht wurde, und Rügen, wobei den Dänen auch die alsbaldige Räumung von Holstein zugestanden wurde.

Die Brigade Halkett wurde mit dem Feldbataillon Lauenburg im Dezember zur Belagerung der Festung Glückstadt abgestellt, wo man im Wechsel mit den Schweden den Vorpstendienst versah. Am 5. Januar kapitulierte Glückstadt und das Feldbataillon Lauenburg kehrte zum Korps Wallmoden zurück und verblieb mit diesem bis zum 17. Januar in Neumünster. Von dort marschierte man über Bramstedt und Barmstedt an die Elbe und am 21. Januar überquerte das Feldbataillon Lauenburg mit den englischen und hannoverschen Truppen die Elbe auf dem Eis zwischen Blankenese und Borstel nördlich Buxtehude. Dehmel schreibt dazu:

"Der Übergang über die bis gegen Glückstadt hinunter mit Eis bedeckte Elbe war seit einigen Tagen dadurch besonders vorbereitet, daß man die ausersehene Eisbahn mit Stroh belegt und dieses wieder mit Wasser begossen hatte, wodurch bei strenger Kälte in und über dem Stroh eine neue Eislage gebildet war. Auf diese Weise hatte man mehrere Bahnen nebeneinander hergestellt, die aber doch sehr mißlich und nicht ohne Gefahr zu passieren waren.

Nach einigen Tagen der Ruhe in Quartieren im Alten Land bei Buxtehude schritt man nun zur Blockade von Harburg, das Feldbataillon Lauenburg marschierte am 8. Februar nach Neuenfelde und wurde Teil des südlichen Belagerungsringes, der sich um die noch immer von Marschall Davout besetzte Stadt Hamburg geschlossen hatte. Nach diversen Kämpfen wurde das Blockade-Corps am 13. April von russischen Truppen unter General-Leutenant von Tolstoi abgelöst.

Das Feldbataillon Lauenburg marschierte Mitte April 1814 nach Bremen und verblieb einige Monate in Syke, Leeste und Brinkum. Nach der Abdankung Napoleons, der auf die Insel Elba verbannt wurde, und dem Frieden mit Frankreich wurde die hannoversche Armee neu gegliedert, wobei unter anderem auch eine Landwehr aufgestellt wurde. Das Feldbataillon Lauenburg gab 300 Mann an das neu zu gründende Landwehrbataillon Ratzeburg ab und wurde selbst auf vier Kompanien mit knapp 600 Mann verkleinert und die Offiziere der Kings German Legion (KGL) verließen das Bataillon.

Zwischen Juli und August marschierte das Feldbataillon Lauenburg nach Antwerpen, wo es am 18. August ankam, und verbrachte den Rest des Jahres 1814 und die ersten Monate des Jahres 1815 in verschiedenen Kantonnements (Unterkünften, Ortsunterkünften) in Belgien, da sie noch 6 Monate nach Friedensschluss weiterdienen mussten. Als Napoleon am 01. März 1815 aus seinem Exil auf Elba zurückkehrte und diese Nachricht publik wurde, wurden die britisch hannoverschen Truppen in Belgien viel exerziert und mehrfach umgruppiert, wodurch sie ständig in Bewegung waren.

Die Ereignisse in Frankreich veranlassten Österreich, Russland, Großbritannien und Preußen zum militärischen Eingreifen. Am 25. März erneuerten sie ihre Allianz von 1814.
Das Feldbataillon Lauenburg marschierte über Uth nach Peruvels, wo es Vorposten an der Grenze stellte, dann in einem Gewaltmarsche nach Tournay, das von der Brigarde Halkett besetzt werden sollte. Napoleon gelang es eine gut ausgerüstete Armee aus 125.000 erfahrenen Soldaten zusammen zu stellen. Er ließ eine provisorische Regierung unter Marschall Davoust in Paris zurück und marschierte gegen die Allianz. Napoleon plante die Gegner nacheinander zu schlagen. Bei Charleroi gelang es ihm anfangs einen Keil zwischen die britische Armee unter Wellington und den preußischen Truppen unter Blücher zu treiben. Am 16. Juni schlug er die Verbündeten in der Schlacht bei Quatre-Bras und der Schlacht bei Ligny.

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